Die Auswirkungen von Corona im Immobilienmarkt

Die Corona-Pandemie hat weitreichende Auswirkungen und ist auch in der Immobilienbranche zu spüren. Neben ganz praktischen Fragen zu dem Umgang mit laufenden Immobiliendarlehen, Wohnungsbesichtigungen und Umzügen, besteht auch große Verunsicherung beim Thema Immobilienpreisentwicklung. Sowohl Eigentümer als auch Kaufinteressenten haben Bedenken bezüglich der Marktentwicklungen. Lohnt es sich, jetzt zu verkaufen? Sollte man jetzt kaufen oder weiter abwarten, wie sich die Preise entwickeln? Wie funktioniert ein Immobilien(ver)kauf im Rahmen der Corona-Krise generell? Wir klären in diesem Artikel die wichtigsten Fragen zu Immobilientransaktionen in Zeiten von Corona und Covid-19.

Wann ist der richtige Zeitpunkt um eine Immobilie zu verkaufen bzw. zu kaufen?

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der optimale Zeitpunkt, eine Immobilie zu verkaufen, ist dann, wenn sie nicht mehr zu den eigenen Lebensumständen passt. Egal ob Familiengründung, Jobwechsel oder steigendes Alter. Veränderungen erfordern häufig einen Umzug und es ist selten sinnvoll, aus Ungewissheit über die Entwicklung von Immobilienpreisen an einer Immobilie festzuhalten, die nicht mehr zu den eigenen Bedürfnissen passt. Es ist durchaus verständlich, dass Eigentümer derzeit nicht riskieren möchten, eine Immobilie „unter Wert“ zu verkaufen.

Die Immobilienpreisentwicklung der vergangenen zehn Jahre, vor allem in den Ballungsgebieten, zeigte einen dauerhaften, starken Aufwärtstrend. Daher kann eine Immobilie heute immer noch zu einem sehr guten Verkaufspreis veräußert werden. Die Befürchtung, dass die Preise im Rahmen der Corona Pandemie nachgeben werden, hat sich bisher nicht bewahrheitet. Weiterhin benötigen Verkäufer in der Regel eine Anschlussimmobilie, deren Preis ebenfalls der aktuellen Marktsituation angepasst wird. Seit Beginn der Corona-Pandemie halten sich die Angebotspreise für Kaufimmobilien wie Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser weitestgehend stabil. In bestimmten Marktsegmenten wie etwa dem Neubau oder Immobilien in weniger gefragten Lagen ist mit leichten Preisabschlägen und längeren Vermarktungszeiten zu rechnen, da potentielle Käufer in Pandemiezeiten besonders vorsichtig sind. Ein starkes Abfallen von Immobilienpreisen wird jedoch nicht nach wie vor nicht prognostiziert, da eine hohe Nachfrage am Markt weiterhin besteht. Abwarten und Aussitzen ist also nicht die allgemeingültige Lösung für den optimalen Immobilienverkauf bzw. -kauf in Zeiten der Corona-Krise.

Welchen Einfluss hat Corona auf den Verkaufsprozess meiner Immobilie?

Der Umgang mit der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Grundsätzlich ist der Verkauf durchführbar, es muss jedoch nach der jeweils aktuell geltenden behördlichen Anordnung gehandelt werden.

In Baden Württemberg gelten fogende Regelungen:

  • Es gilt im Grundsatz die 2 Haushalts Regelung, nach der sich nur die Mitglieder aus 2 Haushalten in geschlossenen Räumlichkeiten treffen dürfen.
  • Bei beruflich bedingten Treffen dürfen auch Mitglieder aus mehr als 2 Haushalten anwesend sein. Zum Beispiel dürfen sich im Rahmen einer Besichtigung der Verkäufer, der Käufer und der Makler treffen.
  • Für alle Treffen gilt die Einhaltung der AHA Formel: Abstand, Hygiene und Alltagsmaske.
  • Zusätzlich wird bei Treffen in geschlossenen Räumlichkeiten das regelmässige Lüften der Räumlichkeiten empfohlen.
  • Wir führen zusätzlich eine Anwesenheitsliste, um unsere Kunden für den Fall eines Verdachtsfalles vor der „Pauschal-Quarantäne“ zu schützen.

Wir haben uns als Immobilienexperten im Intereese unsere Kunden bereits zusätzlich angepasst und digitale Angebote ausgebaut – z. B. bieten wir auf Wunsch bereits Besichtigungen per Videostream an und erstellen unsere Exposés besonders ausführlich (teilseise mit digitalen Rundgängen), um schon vorweg einen ausführlichen Eindruck der Immobilie vermitteln zu können.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Immobilienfinanzierung aus?

Für Immobilienbesitzer, die durch Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit mit Einkommenseinbußen konfrontiert werden, kann das Bedienen monatlicher Kreditraten jetzt zu einer Herausforderung werden. Hier ist dringend dazu geraten, sich mit Darlehensgebern abzustimmen, bevor es zum Kreditausfall kommt. Tilgungssatzwechsel, ein Tilgungsaussetzen oder eine Stundung des Kredits sind hier mögliche Lösungsansätze.

Ebenso betroffen von der Corona-Krise ist die Vergabe von Immobilienkrediten. Beratungsgespräche finden hier über das Telefon oder andere digitale Medien statt. Auch die Rahmenbedingungen bei der Kreditvergabe haben sich der aktuelle Lage verändert. Viele Banken wünschen inzwischen einen höhern Eigenkapitalanteil bei einer Finanzierung. Des Weiteren kann die Bewilligung einer Finanzierung heute etwas länger in Anspruch nehmen, als vor der Pandemie. Dies sollten Sie bei einem angestrebten Kauf min in Betracht ziehen.

Wieviel Eigenkapital erwarten Banken während Corona?

Viele Banken haben den Mindestbetrag des Eigenkapitals erhöht. Die Risikoaufschläge beim Beleihungswert der Immobilie haben sich seit Beginn der Pandemie erhöht (jetzt z. B. 20% Risikoabschlag vom Immobilienwert, vorher waren es 10%). Eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital ist derzeit nur bei einer sehr guten Bonität und nach Einzelfallentscheidung möglich.

Was ändert sich bei der Kreditvergabe von Banken?

Im Rahmen der freien Gestaltungsmöglichkeiten gehen Banken derzeit unterschiedlich mit der neuen Situation um. Generell sind Banken etwas vorsichtiger bei der Darlehensvergabe geworden. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Lockerungen bei der Finanzierung.

Die Maßnahmen der Banken als Reaktion auf die Corona-Krise im Überblick:

  • Viele Banken verlangen ein höheres Eigenkapital und reduzieren die Finanzierungssumme auf 90% des Beleihungswertes.
  • Darlehensvergaben an Selbstständige und Freiberufler werden derzeit stärker geprüft und viele Darlehensanfragen werden abgelehnt. Die Banken wollen damit ihre finanziellen Kapazitäten schonen und das Risiko Kreditausfall minimieren.
  • Darlehensanträge werden genauer geprüft. Daher kann der Bewilligungsprozess mehr Zeit in Anspruch nehmen.
  • Kapitalanleger erhalten teilweise nur noch Darlehen von bis zu 650.000 €, da die Banken ihre Gelder zurückhalten wollen.
  • KfW-Förderungen sind weiterhin möglich.
  • Kurzarbeit gilt häufig nicht mehr als absolutes Ausschlusskriterium für einen Kredit.

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